Gefahrbaumfällung am Kempenicher Burgberg
Arbeiten beginnen Mitte der Woche


Am so genannten" Pilz", einem Wanderparkplatz unmittelbar neben der Landstraße, konnten sich Winfried Schneider vom Landespflegebeirat, Katja Meder von der oberen Landespflegebehörde, Forstamtsleiter Hannsjörg Pohlmeyer und Revierförster Axel Schmidt (v.l.) ein Bild machen vom Ausmaß der fortgeschrittenen Baumfäulnis. // Foto: mk

Mitte dieser Woche sollen im Bereich des Kempenicher Burgberges in einer technisch auf-wendigen Aktion rund 80 Buchen gefällt werden, um erhebliche Gefährdungen für den Straßenverkehr zu beseitigen.
Bei dem betroffenen Waldbestand handelt es sich um bis zu 210 Jahre alte Buchen, die aufgrund des erreichten Alters und wegen einiger Vorschäden in vielen Bereichen fortgeschrittene Fäulnis aufweisen und so zu einer Gefahr für die am Hangfuß vorbeiführende Straße von Kempenich nach Weibern wurde. Das Gelände dort ist steil und teilweise felsig, so dass abbrechende Äste und Stammteile ungebremst herabschießen und auf die Straße aufschlagen können. Ursächlich für die Fäulnisprozesse in den Bäumen sind sowohl die natürliche Alterung als auch die Tatsache, dass bereits während der Winterstürme 1990 einzelne Bäume geworfen wurden und an anderen Teile der Krone abbrachen. Seit diesem Zeitpunkt beobachten wir eine zunehmende Beschleunigung der Fäulnisschäden, die aus Vorsorgegründen die Entfernung der Bäume erforderlich macht. Dabei steht nicht nur die Abwehr von Gefahren für den Straßenverkehr im Raum, sondern auch die Tatsache, dass die Gefährdung für die ausführenden Forstwirte mit jedem weiteren Abwarten rapide zu-nimmt. Dies hat auch im Verlauf der zahlreichen einzelnen Pflegemaßnahmen gezeigt. Einer der parallel zur Straße im vergangenen Jahr gefällten Bäume war komplett faul und damit unkontrollierbar.
Im jetzt erreichten Stadium ist es nicht mehr möglich, sozusagen durch einzelne chirurgische Schnitte die Eingriffe zu minimieren. Auf Grund der exponierten Lage erhöht sich mit jeder Maßnahme im Kronenbereich der Bäume das Risiko für die verbleibenden. Dies betrifft sowohl mögliche Rindenschäden durch Sonnenbrand als auch die steigende Gefährdung durch Windbruch. Somit muss der überwiegende Teil der Buchenaltbäume entfernt werden. Hierfür kommen Forstwirte des Forstamts zum Einsatz, die entsprechend geschult und durch zahlreiche Gefahrbaumfällungen in der

Vergangenheit trainiert sind. Neben einer speziellen Schnitttechnik wird durch Anseilen der Bäume dafür gesorgt, dass diese stets unter Kontrolle bleiben und nicht als mehrere Tonnen schweren Kolosse kontrolliert „Flurschaden” anrichten. Auf Grund der sehr beengten Verhältnisse ist aus Sicherheitsgründen eine Straßensperrung unumgänglich. Der Hang selbst ist an keiner Stelle durch Wege erschlossen, so dass von der Straße aus gearbeitet werden muss und sämtliches Holz auch über diese abtransportiert werden muss. Um die Belastungen für den öffentlichen Verkehr gering zu halten, wurde bewusst der Beginn der Arbeiten in die Herbstferien gelegt. Dies war auch deshalb erforderlich, weil zu dieser Zeit die vorhandenen Bruthöhlen in den Bäumen leer sind. Theoretisch gesehen hätten sich auch die Weihnachtsferien für die Durchführung der Arbeiten angeboten, jedoch dann mit dem Risiko einer Frostwetterlage, die wiederum die Ausführenden gefährdet hätte. Somit stand nur dieses Zeitfenster zur Verfügung.
Wir hoffen Seitens des Forstamtes, dass die Arbeiten auch vollständig innerhalb der Ferien ab-geschlossen werden können. Es bleibt allerdings ein Restrisiko, da man nicht in die Stämme hineinsehen kann. Da die Sicherheit der eingesetzten Forstwirte in jedem Fall Priorität hat, hängt der Arbeitsfortschritt mit den „inneren Qualitäten” der Bäume zusammen. Je risikoreicher die Fällung wird, desto größer ist der Zeitaufwand, der zur sicheren Durchführung benötigt wird.
Sicherheit geht auch für mögliche Besucher vor. Deshalb werden Schaulustige gebeten, die vorhandenen Absperrungen zu respektieren und die Anweisungen der örtlichen Einsatzleitung zu beachten. Dabei muss bedacht werden, dass die alten Buchenstämme mehrere Tonnen schwer sind und dass Aststücke, die beim Fällen auf einen Felsen aufschlagen, teils mehrere Dutzend Meter weit ins Gelände geschleudert werden können. Daher ist das Wort von einer „sicheren Distanz” keine leere Phrase, sondern zum eigenen Schutz eine unabdingbare Notwendigkeit./ [Pressemitteilung des Fortsamts Ahrweiler- Hansjörg Pohlmeyer]