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Brauchtum

 

BRAUCHTUM IN UNSERER GEMEINDE


Bis nach dem 2. Weltkrieg wurde Heimatbrauchtum als eine Unterbrechung harter Arbeit hoch in Ehren gehalten. Da es die modernen Medien noch nicht gab, wurden nachbarschaftliche und gesellige Kontakte sehr gepflegt. Einige dieser alten Bräuche sind leider nur noch aus Erzählungen bekannt, aber einige werden in der intakten Dorfgemeinschaft auch heute noch intensiv gelebt.

 

  • 02 - Karneval: Narrengericht und Karnevalszug
    02 - Karneval: Narrengericht und Karnevalszug

    In Kempenich geht es an Karneval heftig zur Sache. Die Nähe zum Rheinland lässt sich nicht verleugnen. Jährlich gibt es eine Kindersitzung, eine Sitzung der GKKG und eine Möhnensitzung. Eine Besonderheit ist jedoch das einmalige Karnevalsgericht. Es findet nur alle zwei Jahre - abwechsend mit dem Karnevalszug - statt. Bereits am Rosenmontag 1929 tagte erstmals das legendäre "Fastelowendsgericht", abgeleitet vom mittelalterlichen Kempenicher Gericht, das von den Narren auf ihre Art nachgestellt wurde. Schon damals gehörten Richter, Beisitzer, Rechtsanwälte und Gerichtsdiener zum närrischen Tribunal. 2015 übernahmen die "acht Voyeure" die Tradition von den Daller Spatzen. Es steckt eine Menge Arbeit dahinter, die "Schandtaten" und "Verbrechen" im Ort zu sammeln, festzuhalten und dann so aufzubereiten, dass sie auch "gerichtsfest" sind. Dass dies dem Narrengericht immer wieder gelingt, zeigt die regelmäßige Begeisterung der anwesenden Zuhörer, aber auch der Delinquenten.

    Ablauf:

    Morgens am Gerichtstag, wenn sich wohlsituierte Kempenicher Bürger noch schlaftrunken die Augen reiben, stehen die Stadtsoldaten mit vom Gericht ausgefülltem Haftbefehl vor der Tür und bringen die Angeklagten in Untersuchungshaft in eine hölzerne Gefängniszelle beim Narrengericht. In Deustesch Dieters kleinem Gerichtssälchen stehen sich schon frühzeitig zahllose Schaulustige die Beine in den Bauch, um mit dabei zu sein, wenn bekannte Dorfgrößen, aber auch auswärtige Honorationen vor dem Hohen Gericht erscheinen und zumeist in Büßermiene den närrischen Prozess über sich ergehen lassen müssen. Manchmal trifft es jedoch auch unerwartet einen der Zuschauer, der dann nicht mehr weit bis zur Gefängniszelle hat.


    Früher wurden Landwirte wegen zu später Kartoffelernte oder wegen eines zu hohen Misthaufens verurteilt. Mit einer Strafe belegt wurde auch jener Bürger, der beim Versuch, einen Nagel in die Wand zu schlagen, die Wasserleitung getroffen hatte. Die Anklagepunkte haben sich Laufe der Zeit verändert. Heutzutage werden Hochstapler, Verkehrsrowdys, Glücksspieler und Paparazzi vor den Kadi geschleppt. Man kann auch wegen eines versteckten Gebisses, einbetonierter Schnapsflaschen, eines Aprilscherzes, fallengelassener Sätze oder unbeabsichtiger Unfälle vor dem Gericht landen. Früher richteten sich die Strafen danach, wie vermögend der Beschuldigte war. In einem Nachttopf werden die Strafgelder gesammelt.

  • 03/04 - Kläppern vor Ostern

    Wie in vielen anderen katholischen Gegenden ist es in der Karwoche Brauch, dass die Kinder mit Holzklappern durch das Dorf ziehen. Sie ersetzen die Kirchenglocken, die nach dem letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis Ostern schweigen.

  • 04 - Maibaumstellen am 30. April
    04 -  Maibaumstellen am 30. April

    Das Maibaumstellen geschieht in Kempenich seit einiger Zeit in Form einer konzertierten Aktion. Im Vorfeld wird in Abstimmung mit der Ortsgemeinde und des zuständigen Revierförsters die Fichte ausgesucht. Für den Transport und das Aufstellen des Baumes ist dann die örtliche Feuerwehr verantwortlich. Die Kinder dürfen den Baum mit bunten Bändern schmücken. Jedes Jahr finden sich viele Bürgerinnen und Bürger ein, um in geselliger Runde noch bis in die späten Abendstunden unter dem Maibaum am alten Bahnhof in Kempenich zu feiern.

    In der Hexennacht vom 30. April auf den 01. Mai bekommen Junggesellinen von ihren Verehrer einen Maibaum vor das Haus gestellt. Dafür muss beim Junggesellenverein jedoch ein Obulus in Form von Stubbikästen oder einem Ersatzbetrag gezahlt werden. Die Sicherheit der Maibäume, die nicht bezahlt werden, kann sonst nicht garantiert werden...

    Ansonsten ist in Kempenich kein Anwohner vor den Hexen in dieser Nacht sicher. So werden rechzeitig alle beweglichen Gegenstände in Haus- und Hofeinfahren, beispielsweise Blumentöpfe oder Mülltonnen in weiser Vorraussicht weggeschlossen. Oft werden auch Streiche gespielt, die Themen der letzten Monate aufgreifen, so nahmen die Hexen 2013 die vielen Polizeikontrollen aufs Korn, beschrifteten die Ortschilder mit "Polizeistaat" und stellten selbstgebastelte "Starenkästen" auf.

  • 05 - Maikirmes

    Am zweiten Sonntag im Mai ist das Hochfest der Pfarrei Kempenich zu Ehren der beiden Schutzpatrone St. Philippus und St. Jakobus. Verbunden mit diesem Kirchweihfest und daraus hervorgegangen ist das weltliche Fest Kirmes. Traditionell findet diese in und an der Leyberghalle statt.

  • 05/06 - Fronleichnam und Pfarrfest
    05/06 - Fronleichnam und Pfarrfest

    Das Fronleichnamsfest „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“ ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi gefeiert wird. In Kempenich findet zuerst eine Messe, zusammen mit den Kommunionkindern statt. An mehreren Stellen im Ort werden von engagierten MItgliedern der Kirchengemeinden Altäre aufgebaut und liebevoll mit Blumen geschmückt. Es ist ebenfalls üblich, dass die Kinder am Tag vor Fronleichnam in die Wiesen und Wälder ausschwärmen, um Blüten zu pflücken, die dann vor diese Altäre als wunderschönen Teppiche gelegt werden. Nach der Kirche geht die Prozession -  von der Blasmusik unterstützt - , die Strecke mit den Altären ab, um an diesen zu beten. Nachmittags findet an der Leyberghalle das Pfarrfest mit Kaffee und Kuchen, Blasmusik und Spielen für die Kinder statt.

  • 10 - Erntedankfest im Oktober
    10 - Erntedankfest im Oktober

    Mit dem Erntedankfest soll an die Arbeit in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden und daran, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. In Kempenich wird die Tradition gepflegt. In der Kirche findet sich ein mit den Früchten des Feldes geschmückter Altar.

  • 12 - Weihnachtsmarkt im Advent

    In der Vorweihnachtszeit findet auf dem Platz vor dem Bahnhof ein Weihnachtsmarkt statt. Während die Kempenicher sich traditionsgemäß an Glühwein und "Krebbelche" und anderen lecken Sachen laben, während sie ein Schwätzchen halten, sorgen der Männergesangverein und die Original-Goldbachmusikanten für weihnachtliche Klänge.

  • 11 - Martinszug um den 11. November
    11 - Martinszug um den 11. November

    Der Martinstag am 11. November ist der Gedenktag des Heiligen Martin von Tours. Er ist in Mitteleuropa und somit auch in Kempenich von zahlreichem Brauchtum geprägt. Da Martins Leichnam ursprünglich in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt wurde, feiert man dieses heute noch mit einem Laternenzug der Kinder. In Engeln findet der Zug in der Regel donnerstags statt, in Kempenich freitags.

    Vorbereitung und Ablauf:

    Martinsfeuer
    Damit St. Martin überhaupt stattfinden kann, ist natürlich viel Vorarbeit notwendig. Zum Glück gibt es immer fleißige und fröhliche Helfer, die Holz für ein großes Martinsfeuer aufbauen, bevor es dann feierlich abgebrannt werden kann. Für den Aufbau des Martinsfeuers war es früher üblich, dass die ganze Schule sich am "Schlääfe", d.h. dem "Herbeischleifen" des notwendigen Brennmaterials beteiligte.

    Dazu wurden Äste und dürres Holz von den Schülern aus dem Wald hoch zum Martinsfeuer -  damals noch oberhalb der Steinbrüche - geschleppt. Andere zogen mit Bollerwagen durchs Dorf und forderten mit folgendem Spruch die Bewohner lautstark zum "Beisteuern" auf : " Mir joon steuere - für die Määrtesfeuere. Jitt ohs ön Bonge Strüü - mir verbrennen öch de Läus on de Flüü. Jitt ohs ön aale Hoot - ön neue ös och at joot."

    Heutzutage wird das Martinsfeuer auf dem Mathisberg oberhalb des Ortes aufgeschichtet. Viele Jugendliche helfen mit. Hier auf der Baggerschaufel sitzen sie zusammen mit Küster Peter Bell, seit Jahren in Kempenich bei solchen Arbeiten nicht wegzudenkende Hilfe.

    Wortgottesdienst
    Am Tag der Lichterprozession findet - kurz bevor es dunkel wird - in der katholischen Pfarrkirche ein Wortgottesdienst statt. Seit Jahren ist es Brauch, dass die Grundschulkinder dabei ein Martinsspiel in der Kirche aufführen.

    Lichterprozession
    Anschließend treffen sich alle Kinder mit selbstgebastelten Laternen, ausgehölten beleuchteten Zuckerrüben oder Fackeln auf der Straße vor der Kirche, wo schon St. Martin auf seinem treuen Pferd auf sie wartet. Begleitet von den Original-Goldbach-Musikanten wandert der St. Martinszug singend durch das Dorf auf den Mathiasberg, wo nun das Martinsfeuer von der Feuerwehr angezündet wird.

    Weckmännder und Döppekooche
    Wenn alle ordentlich durchgefroren sind, geht es durch das Dorf zurück in die Leyberghalle. Dort freuen sich Groß und Klein schon auf die Martinsweck vom St. Martin und den leckeren Döppekooche von den Möhnen, die es unter musikalischer Begleitung und fröhlichem Beisammensein in der Leyberghalle gibt.

    Kemmejer Döppekooche:

    - 2 kg mehlige Kartoffeln
    - 2 altbackene Brötchen
    - Milch
    - 1 Zwiebel
    - 1 Ei
    - 4 grobe Mettwürstchen
    - 200 Gramm durchwachsenen Räucherspeck
    - Salz, Pfeffer, Muskat

    Zubereitung:
    Brötchen in Milch einweichen. Kartoffeln und Zwiebel grob reiben. Würste und Speck in Scheiben schneiden. Alle Zutaten vermischen und in einen mit Öl oder Schmalz gut ausgefetteten Eisenbräter geben. Auch die Oberfläche muss mit Öl begossen werden. In den vorgeheizten Backofen schieben, 200 Grad eineinhalb bis zwei Stunden. Die Kruste soll schön gebräunt sein. (Leichte Abwandlungen sind von Haushalt zu Haushalt üblich.)

    Martinszug in Engeln

    Auch in Engeln gibt es jährlich einen eigenen Martinszug! Damit St. Martin hoch zu Ross durch das Dorf reiten kann, muss  bereits einige Tage vorher gearbeitet werden. Dann gilt es nämlich für die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Engeln das Feuer zu errichten. Auch am Tag des Zugs selber sind die Floriansjünger bei der Absicherung des Zuges gefragt. Aufgaben, die sie stets souverän erledigen und für die Ihnen der Dank der Dorfgemeinschaft gebührt. Neben St. Martin und seinen Begleitern reihen sich dann die Original Goldbach-Musikanten sowie zahlreiche Kinder mit Laternen und Fackeln ausgerüstet zum Zug auf.

    Dass die Arbeit der Feuerwehrmänner nicht umsonst war, zeigt sich dann am Feuer: Lodernde Flammen tauchen den Platz in ein helles Licht. Wieder in der Ortsmitte angekommen, warten Martinswecken auf alle Kinder. Besonderes Highlight ist da natürlich die Ausgabe durch St. Martin persönlich. Zum Abschluss kehrte man in die Gaststätte Eifelstube der Familie Haisch ein, um sich die gespendeten Döppekooche sowie das ein oder andere Kaltgetränk schmecken zu lassen.

    Ortsvorsteher Jens Schäfer: „Die Freiwillige Feuerwehr, die Original Goldbach-Musikanten, St. Martin mit seinen Begleitern, unsere Wirtin Anja und ihre Familie – alle packen Jahr für Jahr mit an, um auch den Kindern in Engeln einen Martinszug zu bieten. Das ist für einen Ort dieser Größe ja weiß Gott keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso größer ist der Dank an alle Beteiligten!“

  • Mundart

    Mundart

    Bild: das fröhliche Zickelchen wurde von Marco Gros gezeichnet

     

    Kemmejer Platt Hochdeutsch
    aavstännisch sein hungrig sein
    adjüß adieu
    Ahle Alte
    änem jet ausdohn jemandem Rabatt geben
    Apdektesch Apothekerfrau
    Ärpele Erdbeeren
    Ärwel Armvoll
    Auhe Uhr
    Auszoch Schublade
    bärwes barfuß
    bätsche tratschen
    Beie Bienen
    beköppe begreifen
    betrepst guck nicht so betrübt / traurig
    Betz Kerngehäuse (Apfel), auch ein frecher kleiner Junge
    Beus Beule
    Bibschje Huhn
    Binne Ziege
    Birrebunnes Birnenkuchen
    Bösch Wald
    Boteramm doppelt belegtes Brot
    Botz Hose
    Böttelschje kleines Kind
    Brämele Brombeere
    Brellschäd Brillenetui
    Bunes junge Kuh
    dann dohn etwas aufheben
    Dappes Tölpel
    de Dalles hän erkältet sein
    de Schnüss schwade schwadronieren
    dilesch erschöpft
    Dilldopp Kreisel
    Ditzeweck Weckmann
    Ditzje Baby
    Do höösch! Mach langsam!
    Döllepes Tolpatsch
    dömmelesch schwindlig
    Döppe Topf
    Döppekooche "Kartoffelkuchen" - Kartoffelgericht aus dem Bräter m. Speck, dazu Apfelmus
    Dreidroht Dummkopf
    Droansfunsel Lahmarsch
    düskihr dieses Mal
    Elefantebuzzele Paranüsse
    en janze Häd jede Menge
    Erpele Erdbeeren
    Esch jelöw, dir spillt öt! Ich glaube, bei Dir piept es!
    Fääsch Nachgeburt bei Tieren
    fäje Gemüse putzen
    Flättsche dreckige Fußspuren, wo gerade frisch geputzt wurde
    flöppe rauchen
    fräd zäh, hart, herb, rau
    fräd Kuscht harte Kruste, oder ein Mensch, der viel aushält
    friemele (der) fummelt sich etwas zusammen
    Fröschejereckels Froschlaich
    Früscht Getreide
    fuckesch sein / Fuck hänn Geschick haben
    fuddele spielerisch betrügen, er betrügt beim Spiel
    für nähms der Reihe nach
    Fürwetz Neugierde
    fussele et is em fussele: Nieselregen fällt
    Jäächt Gerste
    Gleetsch Peitsche
    Glückelsche Küken
    Grääf 1. Mistgabel; 2. Schimpfwort: übles Subjekt - nur weiblich: der hät en grääf dehäm
    grangele quengeln
    grangelesch sein quengelig sein
    Grünjele Stachelbeeren
    Grußmotte Großmutter
    Hämsche Schweinshaxe
    Hängele Hosenträger
    Hänsche Handschuhe
    Hanstrauwe Johannisbeeren
    Häsebrut Altes belegtes Brot, welches man wieder mit nach Hause bringt
    hebberöcks rückwärts
    heiwels seitdem
    hepp zurück
    hin on her witschele hin- und herwackeln
    Himmelsdiersche Marienkäfer
    Höh Heu (das ö wird nicht so hoch wie bei Höhe gesprochen, sondern tiefer)
    Hömeresch Angsthase, Mensch, der sich nicht viel zutraut
    Hönefützje Gerstenkorn
    Hööft Kopf (Kohl)
    Höönkel Nesthäkchen, verwöhntes Kind
    Hossbess einfältiger Mann
    Hosse Strümpfe, Socken
    Huhbäne spinnenartiges Insekt mit langen Beinen
    huttschele hinhocken
    huvättech arrogant, hochnäsig
    Impere Himbeere
    Jaate Garten
    jappse nach Luft schnappen
    Jebünn Holzfußboden
    Jehöschnis

    Wärme, Geborgenheit, Heimat - eine schöne Beschreibung findet man auf der Seite https://www.meineeifel.de/eifeler-platt-jehoeschnis-das-spezielle-eifelgefuehl/

    Jelääse von einem Wagen ausgefahrene Spuren in unbefestigtem Weg
    Jeschnuggels Süßigkeiten
    jet zoköhn sein sich etwas trauen
    jickelesch wackelig
    Jöödche Patentante
    juffer Jungfrau
    kaaschtesch geizig
    Kabuff kleines Zimmer
    Kappeskopp Kohlkopf
    keh Keit kein bisschen
    Kennel Dachrinne
    kes nie
    Ketteschöpp Löwenzahn
    kermse räuspern
    Keu Unsinn, Quatsch
    Kixe Tannenzapfen
    kläämsche schmatzen
    Klatschkäs, Kätschkäs Quark
    Kleckere Murmeln, Variante: Klekere
    Klöpp Prügel
    Klückelsche Küken
    knaatsche weinen
    knärpe nagen, kauen
    Knein Kaninchen
    knisdesch geizig
    Knöppel Stock, Knüppel
    Knutze Dickkopf
    Koh Kuh
    Köhschdel Kuhstall
    kore kosten (Essen probieren)
    kötte betteln
    Krampe Kleiderhaken
    Kräsche beim Bügeln unbeabsichtigt erzeugte Falten
    kraude Unkraut jäten
    Krebbelche Reibekuchen, (Ursprung verm. frz. für Crepe)
    kriselesch schrecklich
    kröckse ächzen, stöhnen; auch: äne kröckse = jemanden  an sich drücken
    kröpelesch sich elend fühlen: "ech föhlen mech kröpelesch..." (langes ö, kurzes p)
    Kromm Sichel
    Krompere Kartoffel -Das Wort Krompere kommt von "Grundbirnen": In einer Akte des Kempenicher Gerichts aus der Zeit um 1780 wird ein Einwohner wegen entwendeter "Grundbirren" verurteilt.
    Krünjele Stachelbeeren
    Kuckusbloome Buschwindröschen
    kühme jammern
    Kute Klauen (von Kühen)
    Lappes Schelm
    laustere horchen
    leddisch leer
    lossleddesch ledig
    Lütsche Linkshänder
    mäulches Mohs mundgerecht
    Manchestebotz Cordhose
    Mellesch Milch
    Meck / Mick Handbremse von Karren / Anhängern
    Metz Messer
    Möck Bremse (hier ist das Insekt gemeint)
    Modde Mutter
    Mösch / Mösche Spatz / Spatzen (Haussperling)
    Möst Mist
    Mostert Senf
    Mötsch Mütze
    Murre kraude Möhren ernten
    muselesch zerzaust
    Nietebotz Jeans
    Nohpeschaft Nachbarschaft
    Nukkes kleines Schwein / Ferkel
    Ohs Jeeß hätt en Knuff ön de Zuht! Unsere Gießkanne hat eine Delle am Ausguss!
    Öllesch Öl
    Ooß Ochse
    Oozt bösartige Frau
    owenopp oberes Stockwerk
    Päädsche Scheitel, Pfad
    Pääd Pferd
    Pädschel Pferdestall
    Pärpel Schirm (Ursprung: frz. Parapluie)
    Pättsche Patenonkel
    piddele palen (Erbsen)
    Pittesillesch Petersilie
    Ploch Pflug
    Ponge Ballen (Stroh)
    Pötz Brunnen
    Priem Kautabak
    Puddel Jauche
    Püütsche Prise (Salz)
    Quellmänner Pellkartoffeln
    Quötschschmeerschnüssje mit Pflaumenmus verschmierter Mund
    Rähn Regen
    rässte ruhen
    Räuteche kleine geschnittene Brotstückchen
    Rennjääs Rennziege
    riere nadeln (Tannenbaum)
    risssele schütteln
    Röckepein Rückenschmerzen
    rotteschällesch marode, abgenutzt, verschlissen
    Rüff Verletzungskruste
    Sääfekest Seifenkiste
    Sachdooch Taschentuch (Sacktuch)
    Säuschdel Schweinestall
    Schabellschje Fußbank / Fußhocker
    schakeje Been krumme Beine
    Schaute Blödmann, große Klappe; nichts dahinter;auch "Spinner", aber nicht unbedingt verletzend gemeint, auch Witzbold
    schänne schimpfen
    Scherwele Glasscherben
    schlauchesch wählerisch beim Essen
    Schlaute Schnittlauch
    schleefe john Holz für das Martinsfeuer zusammentragen (wörtlich „schleppen gehen“, Herbeischleifen von Ästen)
    Schlinge Schlehen
    Schloht Salat
    Schlupp Schnuller
    Schmärbel Schwalbe
    Schnäl Schnecke ohne Schneckenhaus
    Schnorrs Schnurrbart / Schnäuzer
    schnöse herumspionieren, auch: Süßigkeiten essen
    schnorkse schnarchen
    Schnuddelnäsje laufende Nase
    Schofsstiwwel Schafspferch
    Schöpp Schaufel
    Schuppkahr/Schöppkahr, Deukahr Schubkarre; Deukahr kommt von deuen = schieben
    Schörschtelskrätzer Schornsteinfeger
    Schössje doppeltes Brötchen aus Roggenmehl
    Schottel Schüssel
    schottelesch nicht gerade aufliegend, uneben
    schrooh hässlich
    Schrötel eine Frau, die schnell und laut redet
    schrötele schnattern; viel, schnell und laut reden
    Schüezetösche Schürzentasche
    Schwaatschnüss Quasselstrippe
    Schwäddem Wasserdampf
    schwade schwadronieren
    Schwadlappe Schwätzer
    Schwätzje Unterhaltung, Schwätzchen
    schwazz verkahlt sein bis ins Mark frieren
    Schwelles dicker Kopf
    seddech vorsichtig
    Sek-Ötzde Ameisen
    sesch preude sich abmühen; Dat wor ön Preuderei!
    sesch reste sich ausruhen
    sesch tespediere sich streiten
    sesch tommele sich beeilen
    sesch hutschele sich hocken
    Speis Mörtel
    Spengel Sicherheitsnadel
    Spillduhs verspielter Mensch
    Sprochet Schwätzer
    Staf Stock
    steipe stützen
    Stefftekopp Kurzhaarfrisur
    stekum heimlich
    stibitze stehlen
    Stiwwel Durcheinander
    Stocheise Feuerhaken
    Stöbbdoch Staubtuch. Variante: Stöppdoch
    storwele stolpern
    Strömp Strümpfe, Socken
    stronze angeben
    Stronzdooch (Angeber-)Einstecktuch zum Anzug passend zur Krawatte
    stroppe john Blüten für Fronleichnam sammeln
    Strüh Stroh
    struwelesch strubbelig (zerzauste Haare)
    Töösch Tasche
    treuch trocken
    Tröt dumme Pute, aber auch Schlafmütze, "Tronsfunsel"
    tommel desch! beeil dich!
    Topät Tolpatsch
    tottele stottern
    Trät-Dar! Es ist genug!
    Traufel Maurerkelle
    Tronsfunsel Schlafmütze
    tribbeliere drängeln, nötigen
    Tröömes Träumer
    tröötsche in Strömen regnen
    Tubak Tabak
    Ueze Speisereste; Öt wären ken Ueze jemacht! = Iss auf!
    Urze Essensreste
    vehause verschlampen
    vehööft sein verlegen sein
    veörtere etwas unterbringen
    Verkappter alter, etwas weltfremder Junggeselle
    vestiwwele verschlampen
    Vezell Erzählerei, Unterhaltung, Schwätzchen
    Vürwetznas Vorwitznase, neugieriger Mensch
    Wäsem Graswurzel mit Grasbüschel daran
    Weißbänner Anstreicher ("Weiß" von Kalk, "bänner" von binden/herstellen des Kalks/der Farbe)
    Week Docht
    widdelesch Sie oder er ist schlecht gelaunt und benimmt sich unmöglich
    Wierschieng Wirsing (Wort wird langgezogen, "sch" wird weich gesprochen)
    witze schmollen
    Worpele Blaubeeren
    Wouscht Wurst
    zänke streiten
    zammelesch ungepflegt
    Zappelrät Kleiderhaken
    Zeckelche junge Ziege
    ze Schlach kunn zurecht kommen
    zöbäscht on jenoch mehr als genug
    Zööpe zotteliges Haar
    zööpesch zottelig

     

     

    Hier zwei Erinnerungen von Winfried Schmitz. Das erste ist ein lustiges Liedchen von einem offenbar etwas liederlichen Dorfmädchen namens Lieschen. Identität und Entstehung sind ihm nicht bekannt, an den Spruch selbst erinnert er sich noch gut: "Lissje, Lissje, Strampelbään - kütt de janze Woch net hääm. - Kütt jesonge on jespronge möt de Suppejasse Jonge."

    Mit folgendem Spruch forderten früher die Jugendlichen die Dorfbewohner auf, Holz, Stroh und Äste für das Martinsfeuer herauszugeben. Hilfreich war das Argument, dass der Spender damit auch von lästigem Ungeziefer befreit würde:
    "Mir joon steuere - für die Määrtesfeuere. Jitt ohs ön Bonge Strüü - mir verbrennen öch de Läus on de Flüü. Jitt ohs ön aale Hoot - ön neue ös och at joot."


    Liebe Kempenicher, wenn Euch noch ein schönes Wort einfällt, dann schickt es bitte an den Webmaster!!

    Vielen Dank an alle, die hier Wörter beigesteuert haben!

     

    In der Eifel kann man am Platt genau unterscheiden, aus welchem Dorf man kommt, manchmal sogar, aus welcher Straße. Wer sich noch weiter mit dem Eifler Platt beschäftigen möchte, findet auf der folgenden Seite https://www.meineeifel.de/vokabeltrainer-eifeler-platt/ einen Vokabeltrainer, der allerdings nicht speziell für Kempenich Vokabeln sammelt, jedoch für die ländliche Region der Umgebung.

    Ein Mitmachwörterbuch - auch für Eifler Platt - findet man hier: https://mitmachwoerterbuch.lvr.de/mitmachwoerterbuch.php

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