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05/06 - Fronleichnam und Pfarrfest

Das Fronleichnamsfest „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“ ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi gefeiert wird. In Kempenich findet zuerst eine Messe, zusammen mit den Kommunionkindern statt. An mehreren Stellen im Ort werden von engagierten MItgliedern der Kirchengemeinden Altäre aufgebaut und liebevoll mit Blumen geschmückt. Es ist ebenfalls üblich, dass die Kinder am Tag vor Fronleichnam in die Wiesen und Wälder ausschwärmen, um Blüten zu pflücken, die dann vor diese Altäre als wunderschönen Teppiche gelegt werden. Nach der Kirche geht die Prozession -  von der Blasmusik unterstützt - , die Strecke mit den Altären ab, um an diesen zu beten. Nachmittags findet an der Leyberghalle das Pfarrfest mit Kaffee und Kuchen, Blasmusik und Spielen für die Kinder statt.

02 - Karneval: Narrengericht und Karnevalszug

In Kempenich geht es an Karneval heftig zur Sache. Die Nähe zum Rheinland lässt sich nicht verleugnen. Jährlich gibt es eine Kindersitzung, eine Sitzung der GKKG und eine Möhnensitzung. Eine Besonderheit ist jedoch das einmalige Karnevalsgericht. Es findet nur alle zwei Jahre - abwechsend mit dem Karnevalszug - statt. Bereits am Rosenmontag 1929 tagte erstmals das legendäre "Fastelowendsgericht", abgeleitet vom mittelalterlichen Kempenicher Gericht, das von den Narren auf ihre Art nachgestellt wurde. Schon damals gehörten Richter, Beisitzer, Rechtsanwälte und Gerichtsdiener zum närrischen Tribunal. 2015 übernahmen die "acht Voyeure" die Tradition von den Daller Spatzen. Es steckt eine Menge Arbeit dahinter, die "Schandtaten" und "Verbrechen" im Ort zu sammeln, festzuhalten und dann so aufzubereiten, dass sie auch "gerichtsfest" sind. Dass dies dem Narrengericht immer wieder gelingt, zeigt die regelmäßige Begeisterung der anwesenden Zuhörer, aber auch der Delinquenten.

Ablauf:

Morgens am Gerichtstag, wenn sich wohlsituierte Kempenicher Bürger noch schlaftrunken die Augen reiben, stehen die Stadtsoldaten mit vom Gericht ausgefülltem Haftbefehl vor der Tür und bringen die Angeklagten in Untersuchungshaft in eine hölzerne Gefängniszelle beim Narrengericht. In Deustesch Dieters kleinem Gerichtssälchen stehen sich schon frühzeitig zahllose Schaulustige die Beine in den Bauch, um mit dabei zu sein, wenn bekannte Dorfgrößen, aber auch auswärtige Honorationen vor dem Hohen Gericht erscheinen und zumeist in Büßermiene den närrischen Prozess über sich ergehen lassen müssen. Manchmal trifft es jedoch auch unerwartet einen der Zuschauer, der dann nicht mehr weit bis zur Gefängniszelle hat.


Früher wurden Landwirte wegen zu später Kartoffelernte oder wegen eines zu hohen Misthaufens verurteilt. Mit einer Strafe belegt wurde auch jener Bürger, der beim Versuch, einen Nagel in die Wand zu schlagen, die Wasserleitung getroffen hatte. Die Anklagepunkte haben sich Laufe der Zeit verändert. Heutzutage werden Hochstapler, Verkehrsrowdys, Glücksspieler und Paparazzi vor den Kadi geschleppt. Man kann auch wegen eines versteckten Gebisses, einbetonierter Schnapsflaschen, eines Aprilscherzes, fallengelassener Sätze oder unbeabsichtiger Unfälle vor dem Gericht landen. Früher richteten sich die Strafen danach, wie vermögend der Beschuldigte war. In einem Nachttopf werden die Strafgelder gesammelt.

Erntedankfest

10 - Erntedankfest im Oktober

Mit dem Erntedankfest soll an die Arbeit in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden und daran, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. In Kempenich wird die Tradition gepflegt. In der Kirche findet sich ein mit den Früchten des Feldes geschmückter Altar.

03/04 - Kläppern vor Ostern

Wie in vielen anderen katholischen Gegenden ist es in der Karwoche Brauch, dass die Kinder mit Holzklappern durch das Dorf ziehen. Sie ersetzen die Kirchenglocken, die nach dem letzten Abendmahl am Gründonnerstag bis Ostern schweigen.

Maibaumstellen

04 - Maibaumstellen am 30. April

Das Maibaumstellen geschieht in Kempenich seit einiger Zeit in Form einer konzertierten Aktion. Im Vorfeld wird in Abstimmung mit der Ortsgemeinde und des zuständigen Revierförsters die Fichte ausgesucht. Für den Transport und das Aufstellen des Baumes ist dann die örtliche Feuerwehr verantwortlich. Die Kinder dürfen den Baum mit bunten Bändern schmücken. Jedes Jahr finden sich viele Bürgerinnen und Bürger ein, um in geselliger Runde noch bis in die späten Abendstunden unter dem Maibaum am alten Bahnhof in Kempenich zu feiern.

In der Hexennacht vom 30. April auf den 01. Mai bekommen Junggesellinen von ihren Verehrer einen Maibaum vor das Haus gestellt. Dafür muss beim Junggesellenverein jedoch ein Obulus in Form von Stubbikästen oder einem Ersatzbetrag gezahlt werden. Die Sicherheit der Maibäume, die nicht bezahlt werden, kann sonst nicht garantiert werden...

Ansonsten ist in Kempenich kein Anwohner vor den Hexen in dieser Nacht sicher. So werden rechzeitig alle beweglichen Gegenstände in Haus- und Hofeinfahren, beispielsweise Blumentöpfe oder Mülltonnen in weiser Vorraussicht weggeschlossen. Oft werden auch Streiche gespielt, die Themen der letzten Monate aufgreifen, so nahmen die Hexen 2013 die vielen Polizeikontrollen aufs Korn, beschrifteten die Ortschilder mit "Polizeistaat" und stellten selbstgebastelte "Starenkästen" auf.